Naturberichte
Reise ein Stück mit mir und den Pflanzenwesen

Natur verstehen
Nacktschnecken sind für mich die grossen "Aufräumer" im Garten
Für viele Gärtnerinnen und Gärtner sind die Nacktschnecken eine grosse Herausforderung und ich gebe zu für mich auch. Viele mögen sie nicht, weil sie viele sind und gerne unser geliebtes Gemüse fressen. Junge Setzlinge sind dann ganz schnell weggegessen.
Ich habe so meine Erfahrungen gemacht. Angefangen hat alles mit dem Absammeln dieser Tiere, wenn sie sich wieder mal über alles hergemacht haben. Inzwischen sehe ich sie als Freunde, die es mögen auf dem Rücken gestreichelt zu werden.
Vor zwei Jahren als die Schnecken im Gemeinschaftsgarten eine scheinbare "Plage" waren, fing ich an nach Lösungen zu suchen, sie töten kam für mich nicht in Frage. Selbst Öko-Schneckekörner nicht, sie töten auch die "anderen Schnecken" und geben dem Boden ein Ungleichgewicht.
Schon unsere Ahnen haben diese Tiere abgesammelt, wenn nicht alles im Gleichgewicht war. Ein wichtiger Schlüssel, wie mir scheint. Die Balance. Viele verschiedene Lebewesen, die sich ergänzen und ihre Aufgaben wahrnehmen geben Balance im Garten. Aber wer hat schon Laufenten oder Igel in einem "Stadtgarten". Aber wie entsteht genau Balance? Was braucht es? Wie funktioniert das Ökosystem? In unserer westlichen Welt wird gelehrt, dass es ein grosser Kampf um das Überleben in der Natur ist. Die Pflanzen kämpfen um Licht und es geht um das "Gefressenwerden". Ist das wirklich so?
Die Naturwesen lehrten mir genauer hinzusehen. Sie selber sagten mir, dass alles einen Sinn hat und jedes Wesen ihren Platz im Natursystem einnimmt. Kampf haben wir Menschen uns ausgedacht.
Als ich vor zwei Jahren so verzweifelt war und die Nacktschnecken mir scheinbar vieles einfach wegassen, wendete ich mich an meine Wildpflanzenfreunde. Die Wilde Malve, meine "Allianz"-Pflanze, gab mir Rat: "wenn ich mit den Schnecken kommuniziere und ihnen sage, welche Pflanzen sie essen dürfen und welche heil bleiben sollen oder anders gesagt was mir wichtig ist in dem Zusammenhang, werden sie es tun. Ich soll mit allen Schnecken im Garten kommunizieren und ihnen sagen, dass die Schnecken auch die Neuankömmlinge einweihen sollen." Eine spannende Botschaft der Malve. Es war gerade Herbst. Ich hatte in einem Hochbeet Stangenselleriepflänzchen gepflanzt, davon sagte ich zwei sollen heil bleiben und wachsen und bei einer Pflanze sagte ich nichts. Und was passierte? Die zwei Pflanzen, die heil bleiben sollten, wurden nicht angegessen. Die andere schon. Später lass ich von einem Mann, der ähnliches mitteilte. Er trainierte mit Schnecken. Er setzte sie wieder und wieder dorthin, wo die Schnecken die Pflanzen essen sollen, mit dem Ergebnis, dass es tägliches Training braucht und funktioniert.
Im letztes Jahr hatte ich dann verschiedenen Versuche mit Pflanzen, die ohne und mit Schneckenragen wuchsen. Spannend war, dass die Schnecken, die mir sehr wichtigen Pflanzen der Kindergruppe verschonten, jedoch nur die, wo der Boden gut aufgearbeitet war.
Dieses Jahr bin ich etwas entspannter unterwegs. Ich probierte das Erfahrene von dem Mann aus, der mit den Schnecken trainierte. Ich fing an sie genauer zu betrachten, ihre Perspektive, was sie essen, wie sie leben, was sie mögen und versuchte ihre Aufgabe zu verstehen. Ich erlebte sehr viel interessantes.
Sie assen mir Jungpflanzen weg, wenn der Boden zu wenig gedüngt war. Sie assen da, wo der Boden keine Mulchdecke hatte oder wo Pflanzen am "falschen" Ort waren. Dabei habe ich gefühlt, als wären sie die grossen Gartenaufräumer und Botschafter.
Gemäss der "Wissenschaft" sind sie bei der Humus-Herstellung beteiligt, quasi als erste Stufe, zerkleinern grobe Pflanzenteile, die alt sind oder Pflanzen, die zu schwach sind.
Spannend bleibt, unsere Wildplfanzen essen sie auch wie, das Bild oben zeigt, wo eine Schnecke die Maispflanzen in Ruhe lässt und lieber Hahnenfuss ist. Jedoch in bestimmten Mass.
Wildpflanzen haben für mich wunderbare Eigenschaften, sie sind wild, das heisst für mich voller Inhaltsstoffe wie die sekundären Pflanzenstoffen, die sie schützen. Das sind z.B. die Bitterstoffe. Unseren Kulturpflanzen wurden diese Stoffe weggezüchtet, damit sie z.B. milder schmecken. Sie sind wild, weil sie an scheinbar unwirklichen Orten wachsen können, wo unsere Kulturpflanzen mühe haben.
So freue ich mich, wenn ich Wildpflanzen wie auch Kulturpflanzen genussvoll, frisch und bunt ernten kann und teile gerne mit den Schnecken und lausche, was sie mir sagen mögen.
Herzlichst Alexandra

Höraudio - Energie der Wildrose im Stein, 15.1.2025
0:00s